Was ist Piktorialismus?

Seit Ende des 19. Jahrhunderts gibt es sehr grob gesagt zwei Hauptrichtungen in der Fotografie:

Dokumentarismus:
die Wirklichkeit wird mehr oder weniger detailgetreu abgebildet

Piktorialismus:
die Wirklichkeit wird bildnerisch verfremdet

Der Dokumentarismus orientiert sich dabei in der Regel am perfekten Equipment, wie etwa die noch schärfer abbildende Linse oder der noch sauberer abbildende Film oder noch besser auflösende Sensor.

Dem Piktorialismus dagegen geht es mehr um den künstlerischen Ausdruck, die besondere Atmosphäre, die Komposition und die mit einem Bild vermittelte Emotion.

Wahrscheinlich ordnet sich jede.r Fotografierende zumindest in der Selbstwahrnehmung bewusst oder unbewusst relativ eindeutig einer der beiden Richtungen zu.

Dem dokumentarisch fotografierenden Menschen sind abgelaufene und in ihrer Wiedergabequalität nicht einzuschätzende Filme ein Gräuel.

Die piktorialistische Seite freut sich am Unvorhergesehenen, experimentiert mit unbekanntem Material und probiert neue Techniken, um dem Vorfindlichen eine weitere Ebene hinzuzufügen.

Alles hat seine Berechtigung. Hier auf dieser Seite geht es eher (aber nicht ausschließlich) um die piktorialistische Anwendung der Fotografie, vorwiegend mit alten Kameras, größtenteils lang abgelaufenen Filmen, Doppel- und Mehrfachbelichtungen. Vielleicht kommen da auch Pixel-Peeper auf den Geschmack.

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